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KUNST & KULTUR

Die Amme – Das Musical: Inhalt, Dauer, Kritik & Songs

Steffi Irmen als Amme im Musical Die Amme© sunstroem

„Die Amme – Das Musical“ macht aus einer der bekanntesten Nebenfiguren von William Shakespeares „Romeo und Julia“ die Hauptperson eines ganzen Abends. Steffi Irmen erzählt als Amme ihre eigene Version der berühmten Liebesgeschichte – direkt, komisch, manchmal herrlich respektlos und erstaunlich berührend.Nach ihrem Erfolg in „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ bekam sie im Berliner Theater des Westens ihre eigene Show. Die Weltpremiere fand am 10. April 2025 statt, 2026 kehrte das Musical noch einmal für eine weitere Spielzeit zurück. Doch was erzählt die Amme eigentlich, welche Songs sind zu hören und wie lange dauert der Abend?

Die Amme – Das Musical auf einen Blick

Hauptrolle: Steffi Irmen

Spielort: Stage Theater des Westens, Berlin

Weltpremiere: 10. April 2025

Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten inklusive Pause

Musik: Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange

Buch und Regie: Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck

Letzte Berliner Vorstellung: 31. Juli 2026

Aktualisiert im September 2026: Die Berliner Spielzeit von „Die Amme – Das Musical“ ist beendet. Die Derniere fand am 31. Juli 2026 im Theater des Westens statt. Neue Aufführungstermine sind derzeit nicht angekündigt.

Die Amme – Das Musical: Worum geht es?

In Shakespeares „Romeo und Julia“ ist die Amme Julias Vertraute, Vermittlerin und eine der komischsten Figuren des Stücks. Im Musical darf sie nun endlich selbst erzählen – und macht schnell deutlich, dass sie mit Shakespeares Version der Ereignisse nicht in jedem Punkt einverstanden ist.

„Die Amme“ ist deshalb keine klassische Nacherzählung. Die bekannte Geschichte wird aus einer anderen Perspektive betrachtet, kommentiert und immer wieder auf den Kopf gestellt. Gleichzeitig erfahren wir mehr über die Frau, die bei Shakespeare meist am Rand bleibt.

Je länger der Abend dauert, desto weniger geht es nur um Romeo und Julia. Die Amme erzählt auch von sich selbst: von Liebe und Verlust, von Erinnerungen und von der Frage, was vom eigenen Leben übrigbleibt, wenn man lange vor allem für andere da war.

Steffi Irmen als Amme mit Julia auf dem Arm
Steffi Irmen als Amme – die Figur stammt aus der Welt von „Romeo und Julia“ und steht im Spin-off selbst im Mittelpunkt. © sunstroem

Steffi Irmen trägt den Abend fast allein

Ohne Steffi Irmen gäbe es dieses Musical vermutlich nicht in dieser Form. Schon in „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ wurde ihre Amme schnell zu einer Figur, an die man sich erinnerte. Aus der Nebenrolle entstand schließlich ein eigener Abend.

Dass ausgerechnet eine Nebenrolle zu einem wichtigen Schritt ihrer Karriere wurde, gehört zu den schönsten Geschichten rund um diese Produktion. Die Amme war zunächst Teil von „Romeo & Julia – Liebe ist alles“. Dass daraus später eine eigene One-Woman-Show entstand, zeigt, wie stark Steffi Irmen diese Figur geprägt hat.

Buch und Regie stammen von Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck. Sie haben die Show so gebaut, dass Irmen nicht einfach nur erzählt. Sie springt zwischen Erinnerungen, Figuren, Liedern und direkter Ansprache hin und her – und hält damit einen Abend zusammen, der fast vollständig auf ihren Schultern liegt.

Irmen steht über weite Strecken allein im Mittelpunkt. Sie wechselt zwischen Schauspiel, Comedy, Erzählung und Gesang und muss den Abend ohne ein großes Ensemble tragen. Das verlangt Präsenz – und genau die bringt sie mit.

Besonders schön ist, dass die Amme nie nur auf ihre Komik reduziert wird. Sie darf groß, laut und überdreht sein, im nächsten Moment aber auch ganz still werden. Gerade diese Wechsel geben der Figur mehr Tiefe, als man zunächst vielleicht erwartet.

VIVAZIN-Leser kennen Steffi Irmen auch aus einer anderen Produktion von Peter Plate und Ulf Leo Sommer. In unserem Beitrag zur Premiere von „Ku’damm 59 – Das Musical“ ist sie als Christa Moser zu sehen.

Welche Songs sind in Die Amme zu hören?

Musikalisch ist „Die Amme“ sofort als Produktion von Peter Plate und Ulf Leo Sommer zu erkennen. Hinzu kommt Joshua Lange. Bekannte Songs treffen auf Titel, die eigens für das Musical entstanden sind.

Zu hören sind unter anderem „Ich bin ich“, „Vincent“, „Wie schön du bist“ und „Liebe ist alles“. Mit „Rabenschwarze Nacht“ bekam die Amme zudem einen eigenen Song. Auch „Ich will nur sie“ und die Musicalversion von „Mädchen auf dem Pferd“ gehören zum Abend.

Die bekannten Titel werden dabei nicht einfach wie bei einem Best-of-Konzert aneinandergereiht. Sie bekommen durch die Geschichte und die Figur einen neuen Zusammenhang – und manchmal auch eine ganz andere Wirkung.

Im Zuschauerraum bekommt der Abend deshalb stellenweise fast Konzertcharakter. Viele Melodien sind längst bekannt, bei einzelnen Nummern singt das Publikum mit und reagiert schon auf die ersten Takte. Das schafft eine ungewöhnlich direkte Verbindung zwischen Bühne und Saal – und erklärt einen Teil der Energie, von der die Show lebt.

Zum Nachhören: Seit Mai 2026 gibt es die komplette Live-Aufnahme von „Die Amme – Das Musical“. Sie umfasst 31 Titel und hat eine Laufzeit von 1 Stunde 56 Minuten.

Wie lange dauert Die Amme – Das Musical?

„Die Amme – Das Musical“ dauert etwa 2 Stunden 15 Minuten inklusive Pause. Für die Berliner Vorstellungen 2026 wurde die Aufführungsdauer mit rund 2,25 Stunden angegeben.

Damit ist „Die Amme“ kein kurzer Ableger von „Romeo und Julia“, sondern ein vollständiger Theaterabend – auch wenn das Konzept bewusst kleiner und konzentrierter angelegt ist als bei einem klassischen Großmusical.

Die Amme Musical Kritik: Was macht die Show besonders?

Die größte Stärke des Abends ist zugleich sein größtes Risiko: Fast alles hängt an einer Darstellerin. Es gibt kein großes Ensemble, das zwischendurch übernimmt, keine aufwendigen Massenszenen und nur wenig, hinter dem sich die Hauptfigur verstecken könnte.

Gerade deshalb funktioniert vieles so gut. Steffi Irmen kann eine Pointe sehr groß spielen und im nächsten Moment einen deutlich leiseren Ton anschlagen. Diese Wechsel sorgen dafür, dass aus der schlagfertigen Amme nach und nach eine richtige Figur mit eigener Geschichte wird.

Auch die Bühne bleibt bewusst überschaubar. Der Rahmen ist ein Gasthaus in Verona, dazu kommen Tische, Stühle, Tücher, Licht und wenige Requisiten. Viel mehr braucht der Abend erstaunlicherweise nicht. Steffi Irmen macht aus dem Mobiliar immer wieder neue Situationen, während Licht und Bewegung dafür sorgen, dass die Bühne trotz der reduzierten Ausstattung lebendig bleibt.

Besonders charmant ist „William“. Shakespeare selbst bekommt keinen Darsteller, sondern im Grunde einen beleuchteten Stuhl. Ihm erzählt die Amme ihre Version der Geschichte. Die Idee ist denkbar einfach – und gerade deshalb ziemlich wirkungsvoll.

Ganz ohne Längen kommt der Abend allerdings nicht aus. Nicht jede Pointe trägt gleich weit, und manche Idee wird einen Moment länger ausgespielt, als es nötig wäre. Gerade bei einer One-Woman-Show fällt das schneller auf als in einer großen Ensembleproduktion.

Steffi Irmen hat allerdings genügend Präsenz, um solche Momente meist schnell wieder einzufangen. Sobald sie zwischen Komik und einem leiseren Ton wechselt, ist die Aufmerksamkeit wieder da.

Steffi Irmen als Amme auf einem Tisch im Musical Die Amme
Steffi Irmen trägt den Abend mit viel Komik, direktem Spiel und einer sehr eigenen Bühnenfigur. © sunstroem

Ein Musical mit einem ganz eigenen Klang

Wer den Sound von Peter Plate und Ulf Leo Sommer mag, wird sich in „Die Amme“ schnell zurechtfinden. Viele Melodien sind vertraut, und manche Songs bringen bereits ihre eigene Geschichte mit.

Das ist gleichzeitig eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer bei einem Musical möglichst viele unterschiedliche Musikstile erwartet, wird hier weniger Abwechslung finden. Dafür besitzt die Produktion einen klaren, wiedererkennbaren Klang – und versucht gar nicht erst, musikalisch alles gleichzeitig sein zu wollen.

Humor, Verlust und die Sache mit der Pizza

Der Abend lebt zunächst vom Humor und vom Perspektivwechsel. Wirklich interessant wird er aber dort, wo er sich von der reinen Romeo-und-Julia-Parodie löst.

Hinter der lauten und schlagfertigen Amme steckt eine Frau, die geliebt, verloren und einen großen Teil ihres Lebens für andere gelebt hat. Irgendwann stellt sich deshalb die einfache, aber ziemlich große Frage: Wie geht es weiter, wenn die Menschen, für die man immer da war, plötzlich fehlen?

Selbst eine Pizza wird dabei zum Lebensbild. Sinngemäß geht es darum, dass das Leben einen manchmal ziemlich auseinandernehmen kann – und dass sich selbst aus dem, was übrigbleibt, noch etwas machen lässt.

Das klingt zunächst etwas schräg. Aber gerade deshalb passt es so gut zur Amme: ein bisschen absurd, ziemlich direkt und am Ende doch erstaunlich menschlich.

Die Amme in Berlin: Premiere und Spielzeit im Theater des Westens

„Die Amme – Das Musical“ feierte am 10. April 2025 seine Weltpremiere im Stage Theater des Westens in Berlin. Entstanden ist die Produktion aus dem Umfeld von „Romeo & Julia – Liebe ist alles“, in dem Steffi Irmen bereits als Amme auf der Bühne stand.

Das Theater des Westens ist in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Ort für die deutschsprachigen Produktionen von Peter Plate und Ulf Leo Sommer geworden. VIVAZIN berichtete dort auch über den Deutschen Musical Theater Preis 2023, bei dem „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ unter anderem für Choreografie und Sounddesign ausgezeichnet wurde.

Nach den Vorstellungen 2025 kehrte „Die Amme“ 2026 noch einmal zurück. Die Spielzeit endete am 31. Juli 2026. Wer heute nach Terminen oder Tickets sucht, sollte deshalb wissen: Aktuell sind keine weiteren Aufführungen angekündigt.

Wie geht es für Steffi Irmen weiter?

Nach „Die Amme“ blieb Steffi Irmen dem Theater des Westens treu. 2026 steht sie dort als Rosie in „Wir sind am Leben“ auf der Bühne. Die Produktion führt ihre Erfolgsgeschichte im Haus auf eine ganz andere Art weiter.

Für Irmen ist das eine bemerkenswerte Entwicklung: Aus einer starken Nebenrolle wurde erst ein eigener Musicalabend – und daraus wiederum eine deutlich größere Präsenz im Berliner Musicalgeschehen.

Fazit: Wenn eine Nebenfigur plötzlich die ganze Geschichte trägt

„Die Amme – Das Musical“ ist kein klassisches Großmusical. Und genau das muss es auch nicht sein. Der Abend setzt weniger auf Masse als auf Persönlichkeit: auf eine bekannte Figur, eine sehr präsente Darstellerin, viel Humor und Musik, die viele Zuschauer bereits mit eigenen Erinnerungen verbinden.

Steffi Irmen macht aus der Amme mehr als den komischen Gegenpart zu Romeo und Julia. Ihre Figur darf laut, widersprüchlich, verletzlich und manchmal herrlich respektlos sein.

Wer den musikalischen Kosmos von Peter Plate und Ulf Leo Sommer mag, wird viele vertraute Momente finden. Wer ein großes Ensemble und ständig wechselnde Musicalwelten erwartet, bekommt bewusst etwas anderes.

Und vielleicht ist genau das die schönste Idee dieses Abends: Manchmal genügt eine Figur, die sonst eher am Rand steht, um plötzlich eine ganze Geschichte zu tragen.

Häufige Fragen zu Die Amme – Das Musical

Worum geht es in Die Amme – Das Musical?

„Die Amme“ erzählt die Geschichte von „Romeo und Julia“ aus Sicht der Amme. Gleichzeitig rückt ihre eigene Vergangenheit in den Mittelpunkt. Es geht um Liebe, Verlust, das Leben für andere und die Frage, wie ein Neuanfang gelingen kann.

Wer spielt die Amme im Musical?

Die Hauptrolle spielt Steffi Irmen. Bereits in „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ verkörperte sie die Amme und entwickelte die Figur zu einem Publikumsliebling.

Wie lange dauert Die Amme – Das Musical?

Die Aufführung dauert ungefähr 2 Stunden 15 Minuten inklusive Pause.

Welche Songs werden in Die Amme gesungen?

Im Musical sind bekannte Songs wie „Ich bin ich“, „Vincent“, „Wie schön du bist“ und „Liebe ist alles“ zu hören. Hinzu kommen speziell für die Produktion entstandene Titel wie „Rabenschwarze Nacht“ und „Ich will nur sie“.

Wo wurde Die Amme – Das Musical gespielt?

„Die Amme – Das Musical“ wurde im Stage Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg aufgeführt.

Wann war die Premiere von Die Amme?

Die Weltpremiere fand am 10. April 2025 im Stage Theater des Westens in Berlin statt.

Gibt es 2026 noch Termine für Die Amme?

Nein. Die Berliner Spielzeit endete am 31. Juli 2026. Stand September 2026 sind keine weiteren Aufführungstermine angekündigt.

Bilder: © sunstroem

17. April 2025
https://vivazin.de/wp-content/uploads/2025/04/Die-Amme-Musical-Berlin.webp 750 1000 VIVAZIN Redaktion https://vivazin.de/wp-content/uploads/2025/02/VivaLogo.webp VIVAZIN Redaktion2025-04-17 14:35:232026-09-20 19:34:01Die Amme – Das Musical: Inhalt, Dauer, Kritik & Songs
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