Ensemble von SALON ROSIE beim Schlussapplaus im Theater des Westens Berlin
Foto: © Dominic Ernst

Weltpremiere · Theater des Westens · Berlin

SALON ROSIE in Berlin: Kritik, Handlung, Besetzung & Tickets

Zwei Schwestern, zehn Jahre Schweigen und ein Friseursalon, in dem plötzlich ziemlich großes Theater stattfindet. VIVAZIN war bei der ausverkauften Weltpremiere am 30. Oktober 2026 dabei.

Unser Premierenbesuch

Schon vor dem ersten großen Auftritt war klar: Aus dem angekündigten kleinen Zwei-Frauen-Stück würde an diesem Abend ziemlich großes Theater werden.

Das Theater des Westens war ausverkauft, die Erwartung entsprechend groß – und spätestens als aus dem traditionsreichen Haus augenzwinkernd das „Theater des Ostens“ wurde, hatte SALON ROSIE sein Publikum ziemlich sicher dort, wo es es haben wollte.

Was als Geschichte zweier zerstrittener Schwestern beginnt, entwickelt sich zu einem erstaunlich großen Musicalabend: mal laut, mal leise, oft sehr komisch und an einigen Stellen überraschend berührend. Im Mittelpunkt stehen dabei Steffi Irmen und Kathi Damerow – zwei Darstellerinnen, die dieses Stück nicht nur spielen, sondern über weite Strecken regelrecht tragen.

Wir haben uns bei der Weltpremiere angesehen, warum dieser Salon weit mehr zu bieten hat als Dauerwelle, DDR-Nostalgie und ein paar bekannte Songs. Hier finden Sie unsere Eindrücke, die Handlung ohne unnötige Spoiler, Besetzung, Musik, Spielzeit und natürlich die aktuellen Ticketmöglichkeiten.

Unser Eindruck in Kürze

Ein ziemlich großer Abend für zwei ziemlich eigensinnige Schwestern

SALON ROSIE lebt nicht davon, möglichst viele bekannte Hits hintereinander auf die Bühne zu bringen. Der eigentliche Reiz liegt woanders: in zwei Frauen, die sich lieben, nerven, verletzen und trotzdem nicht voneinander loskommen.

Steffi Irmen und Kathi Damerow spielen diese beiden Schwestern mit großer Lust an der Komik, ohne ihre Figuren zur Karikatur werden zu lassen. Genau das macht den Abend spannend. Zwischen schrägem Humor, DDR-Erinnerungen und großen Musicalbildern gibt es immer wieder Momente, in denen plötzlich nur noch zwei Menschen auf der Bühne stehen, die eigentlich längst miteinander hätten reden sollen.

Was uns besonders gefallen hat

Dass SALON ROSIE seine Pointen durchaus genießt, aber rechtzeitig wieder ernst wird. Und dass ein Musical über einen Friseursalon am Ende erstaunlich wenig mit Frisuren und ziemlich viel mit Familie zu tun hat.

Weltpremiere am 30. Oktober 2026

Unsere Kritik zu SALON ROSIE: Zwei Frauen, die diesen Abend tragen

Ein ausverkauftes Theater des Westens, hohe Erwartungen und eine Produktion, die ursprünglich fast nach einem kleinen Zwei-Frauen-Stück klang. SALON ROSIE macht daraus etwas wesentlich Größeres – ohne dabei zu vergessen, dass die stärksten Momente des Abends zwischen zwei Schwestern stattfinden.

Der Abend braucht nicht lange, um sein Publikum zu bekommen

Der erste schöne Kunstgriff gelingt schon, bevor die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt: Weil SALON ROSIE in Wittenberg spielt, wird aus dem altehrwürdigen Theater des Westens kurzerhand das „Theater des Ostens“. Ein ziemlich einfacher Scherz – und gerade deshalb funktioniert er. Das Publikum versteht sofort, welchen Ton dieser Abend anschlagen möchte.

Danach geht es hinein in einen Friseursalon, in dem einiges aus den Fugen geraten ist. Nicht nur wirtschaftlich. Vor allem familiär. Rosi und Gabi sind Schwestern, wie sie wahrscheinlich in mehr Familien vorkommen, als man bei einem Musicalabend freiwillig zugeben möchte: eng miteinander verbunden, hervorragend darin, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen – und irgendwann so verletzt, dass aus einem Streit Jahre des Schweigens werden.

Genau hier liegt die Stärke von SALON ROSIE. Das Stück könnte sich problemlos auf seine großen Bilder, seine Pointen und die Musik verlassen. Tut es aber nicht. Immer wieder wird es stiller, und plötzlich reichen ein Blick, eine kleine Pause oder eine hochgezogene Augenbraue, um mehr zu erzählen als ein weiterer großer Auftritt.

Steffi Irmen und Kathi Damerow: mehr als gute Musicalrollen

Steffi Irmen besitzt als Rosi eine Bühnenpräsenz, die sofort funktioniert. Sie kann eine Pointe stehen lassen, ohne ihr noch drei Ausrufezeichen hinterherzuschicken, und im nächsten Moment sehr schnell in ernstere Töne wechseln. Wer sie bereits aus anderen Berliner Musicalproduktionen kennt, wird einiges wiedererkennen – und trotzdem eine Figur erleben, die ganz bei sich bleibt.

Wir haben Steffi Irmen unter anderem bereits im Zusammenhang mit dem Berliner Musical Ku’damm 59 erlebt. In SALON ROSIE bekommt sie nun eine Rolle, die ihr deutlich mehr Raum für leise Zwischentöne lässt.

Kathi Damerow hält dagegen – und genau das braucht diese Geschichte. Ihre Gabi darf größer träumen, lauter scheitern und sich trotzdem nie in einer bloßen Karikatur des ehemaligen Schlagerstars verlieren. Wenn beide aufeinanderprallen, entsteht jene besondere Mischung aus Vertrautheit und Reibung, die man nicht lange erklären muss. Man glaubt ihnen ziemlich schnell, dass diese beiden Frauen sich seit Jahrzehnten kennen.

Schlussapplaus bei der Weltpremiere von SALON ROSIE im Theater des Westens Berlin VIVAZIN vor Ort
Schlussapplaus bei der ausverkauften Weltpremiere von SALON ROSIE am 30. Oktober 2026 im Berliner Theater des Westens. Foto: VIVAZIN / Andreas Böttger

Komisch, ohne seine Figuren vorzuführen

Besonders angenehm ist, dass SALON ROSIE seinen Humor nicht auf Kosten seiner Figuren sucht. Natürlich gibt es Klischees, Seitenhiebe und sehr bewusst gesetzte DDR-Reminiszenzen. Auch vor großen Gesten schreckt der Abend nicht zurück. Aber hinter der Komik bleibt immer sichtbar, dass hier Menschen mit ihren Entscheidungen und Versäumnissen gemeint sind – keine Witzfiguren.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt. Eine Geschichte über DDR-Schlager, Wendejahre, Familienbrüche und verlorene Zeit kann schnell entweder zur nostalgischen Revue oder zum Geschichtsunterricht mit Musik geraten. SALON ROSIE findet meist einen erfreulich anderen Weg. Die Zeitgeschichte bleibt Hintergrund und Resonanzraum, während die beiden Schwestern im Mittelpunkt stehen.

Und wenn der Abend dann doch ganz großes Musical sein möchte, darf er das auch. Bühne, Choreografie und Musik drehen mehrfach deutlich auf. Der Friseursalon wird dann für ein paar Minuten erstaunlich klein – und das Theater des Westens erinnert daran, warum ein gutes Bühnenbild manchmal mehr Spaß macht als jede realistische Inneneinrichtung.

Unser Eindruck nach der Premiere

Am stärksten ist SALON ROSIE für uns dort, wo die Produktion nicht beweisen muss, wie groß sie ist. Wenn Steffi Irmen und Kathi Damerow einfach miteinander spielen, streiten, schweigen oder sich mit einem einzigen Blick die nächste Spitze zuspielen, entsteht eine Nähe, die kein großes Bühnenbild ersetzen kann.

Dass die Weltpremiere ausverkauft war und der Abend vom Publikum ausgesprochen herzlich aufgenommen wurde, passte deshalb ziemlich gut zum Stück. SALON ROSIE erzählt zwar von zehn Jahren Schweigen – das Theater des Westens blieb an diesem Abend zum Glück deutlich weniger zurückhaltend.

Die Handlung – ohne unnötige Spoiler

Worum geht es in SALON ROSIE?

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern, die einmal sehr eng miteinander verbunden waren – und irgendwann zehn Jahre lang kein Wort mehr miteinander sprechen.

Rosi führt in Wittenberg ihren Friseursalon. Ein Ort, an dem Haare geschnitten, Neuigkeiten ausgetauscht und vermutlich mehr Lebensentscheidungen besprochen werden als in mancher Beratungsstelle. Doch besonders gut läuft es nicht mehr.

Dann taucht ihre Zwillingsschwester Gabi wieder auf. Einst stand sie als Schlagersängerin im Rampenlicht der DDR, inzwischen liegen Glanz, Karriere und die große Bühne ziemlich weit zurück.

Zwischen den beiden Frauen steckt allerdings weit mehr als nur die übliche geschwisterliche Reibung. Alte Verletzungen, unterschiedliche Lebenswege, Eifersucht und Enttäuschungen haben dazu geführt, dass Rosi und Gabi schließlich zehn Jahre lang überhaupt nicht mehr miteinander gesprochen haben.

Zehn Geburtstage. Zehn Weihnachten. Und vermutlich ziemlich viele Gelegenheiten, bei denen eine von beiden einfach hätte anrufen können.

SALON ROSIE erzählt davon, was passiert, wenn zwei Menschen zwar sehr gut ohne ein Gespräch auskommen können – aber eben nicht wirklich ohneeinander.

Zwei Hauptdarstellerinnen des Musicals SALON ROSIE Zwei Schwestern. Eine Geschichte.
SALON ROSIE erzählt die Geschichte der Schwestern Rosi und Gabi. Foto: © Marco Sommer / pop-out
1980er / 1990er

Mehr als eine Familiengeschichte

Hinter der Geschichte der beiden Schwestern liegt ein zweites, größeres Thema: das Leben in Ostdeutschland vor und nach der Wende. SALON ROSIE erzählt von Erwartungen und Brüchen, von Karrieren, die plötzlich in einer anderen Welt stattfinden, und von Menschen, die sich nach 1989 neu orientieren müssen.

Das Musical versucht dabei nicht, daraus einen Geschichtsabend zu machen. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen bleiben eng mit den Figuren verbunden. Man erlebt sie dort, wo Geschichte für die meisten Menschen tatsächlich stattfindet: im Alltag, in Beziehungen und in den Entscheidungen, die man damals für richtig hielt.

Genau das macht die Geschichte auch für Zuschauer interessant, die mit DDR-Schlager oder Friseursalons eher wenig anfangen können. Die Frage, was aus Geschwistern wird, wenn Stolz, Verletzungen und verlorene Jahre zwischen ihnen stehen, braucht schließlich keine bestimmte Postleitzahl.

Und weil SALON ROSIE seine Zeitgeschichte nicht ständig mit dem Zeigefinger erklärt, darf der Abend dabei auch ziemlich komisch werden. Ein bisschen Nostalgie gehört dazu – aber sie bekommt erfreulicherweise keinen eigenen Friseurstuhl.

Besetzung & Ensemble

Zwei Hauptdarstellerinnen, die SALON ROSIE sein Gesicht geben

Steffi Irmen und Kathi Damerow stehen im Zentrum des Abends. Dass SALON ROSIE als Zwei-Frauen-Stück angekündigt wurde, ist deshalb nicht ganz falsch – aber eben auch nur die halbe Wahrheit.

Rosi Fröhlich

Steffi Irmen

Steffi Irmen ist als Rosi das Kraftzentrum des Salons. Ihre Figur kann resolut, komisch und verletzlich sein – manchmal innerhalb weniger Augenblicke. Gerade darin liegt der Reiz ihrer Rolle.

Irmen spielt Rosi nicht als reine Spaßfigur. Hinter jeder scharfen Bemerkung bleibt spürbar, dass hier eine Frau steht, die ihre Familie zusammenhalten wollte und dabei selbst einiges verloren hat.

Wer Steffi Irmen bereits aus Ku’damm 59 kennt, erlebt sie hier noch einmal von einer anderen Seite: direkter, rauer und zugleich mit viel Raum für die leisen Momente.

Gabi

Kathi Damerow

Kathi Damerow spielt Gabi, die einst als Schlagersängerin im Rampenlicht stand und später feststellen muss, dass Glanz bekanntlich nicht besonders zuverlässig ist.

Ihre Figur bringt eine andere Energie auf die Bühne: verträumter, größer in ihren Sehnsüchten und zugleich voller alter Kränkungen. Das funktioniert vor allem deshalb so gut, weil Damerow nie versucht, mit Irmen um die Aufmerksamkeit zu kämpfen.

Beide ergänzen sich. Wenn Rosi auf Angriff schaltet, hält Gabi dagegen. Wenn eine von beiden plötzlich leiser wird, nimmt die andere diesen Moment auf. So entsteht nicht das Gefühl zweier nebeneinander spielender Hauptrollen, sondern tatsächlich das zweier Schwestern.

Steffi Irmen und Kathi Damerow als Hauptdarstellerinnen von SALON ROSIE Steffi Irmen & Kathi Damerow
Steffi Irmen und Kathi Damerow stehen als Rosi und Gabi im Mittelpunkt von SALON ROSIE. Foto: © Marco Sommer
Weitere Besetzung

Das Ensemble von SALON ROSIE

Auch wenn Rosi und Gabi den Abend bestimmen, bleibt SALON ROSIE keineswegs auf zwei Personen beschränkt. Das Ensemble übernimmt mehrere Rollen und sorgt dafür, dass aus der Familiengeschichte tatsächlich großes Musicaltheater wird.

01 Ben Knop
02 Lars Wandres
03 Katie Moss
04 Clara Marie Hendel
05 Elisabeth Bohaumilitsky
06 Tony Schwadtke

Hinter der Bühne

Wer SALON ROSIE geschrieben und inszeniert hat

Das Buch und die Regie stammen von Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck. Für Musik und Songtexte zeichnen Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange verantwortlich. Die Choreografie stammt von Nele Neugebauer.

Gerade die Choreografie spielt immer wieder augenzwinkernd mit der Ästhetik des DDR-Fernsehballetts. Das ist deutlich genug, um erkannt zu werden, aber glücklicherweise weit genug von einer musealen Rekonstruktion entfernt.

Mitwirkende von SALON ROSIE bei einem offiziellen Presseshooting
Offizielles Pressefoto zu SALON ROSIE. Foto: © Marco Sommer

Musik & Songs

Neue Songs – und drei bekannte Titel, die sofort funktionieren

Wer bei SALON ROSIE auf eine reine Best-of-Revue mit bekannten Plate-/Sommer-Hits hofft, bekommt erfreulicherweise etwas anderes: Der Abend setzt überwiegend auf neue Musik und benutzt die bekannten Songs eher als gezielte Wiedererkennungspunkte.

Kein musikalisches Fotoalbum

Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange haben für SALON ROSIE fast ausschließlich neue Songs geschrieben. Das ist eine gute Entscheidung. Die Musik muss dadurch nicht ständig beweisen, wie viele bekannte Titel bereits im Katalog liegen, sondern kann tatsächlich aus den Figuren und ihrer Geschichte heraus entstehen.

Trotzdem gibt es drei vertraute Songs, die vielen Zuschauern sofort bekannt vorkommen dürften: „36 Grad“, „Das Lied von den Vergessenen“ und „Gib mir Sonne“.

Diese Titel funktionieren im Musical nicht wie eingeschobene Konzertnummern. Sie sind vielmehr kurze Momente des Wiedererkennens, bevor der Abend wieder zu seiner eigenen musikalischen Sprache zurückkehrt.

„Fahr mit mir nach Havanna“ – einer der großen Premierenmomente

Besonders im Gedächtnis bleibt „Fahr mit mir nach Havanna“. Kathi Damerow bekommt hier einen jener Auftritte, bei denen Bühne, Musik und Figur für ein paar Minuten sehr überzeugend zusammenfinden.

Und dann erscheint hinter ihr plötzlich ein gewaltiges Kreuzfahrtschiff. Ein Moment, bei dem man sich für einen kurzen Augenblick weniger fragt, wohin Gabi eigentlich fahren möchte, sondern eher, wie dieses Ding überhaupt in das Theater des Westens gekommen ist.

Genau solche Bilder zeigen, dass SALON ROSIE seine großen Musicalmomente durchaus genießt. Entscheidend ist nur: Sie bleiben nicht Selbstzweck.

Unsere Einordnung

Warum die Musik nicht wie eine Best-of-Show wirkt

Die Versuchung wäre groß gewesen, einen bekannten Titel nach dem anderen aufzufahren. Schließlich gehören Peter Plate und Ulf Leo Sommer zu den erfolgreichsten deutschen Songschreibern ihrer Generation.

SALON ROSIE nimmt sich stattdessen die Freiheit, neue Songs aufzubauen und ihnen Zeit zu geben. Dadurch entsteht keine musikalische Rückschau, sondern ein eigener Sound für Rosi, Gabi und ihre Geschichte.

Die bekannten Hits wirken gerade deshalb stärker: Sie kommen nicht im Minutentakt, sondern genau dann, wenn ein vertrauter musikalischer Moment gebraucht wird.

Und wie hängt das alles zusammen?

SALON ROSIE und „Wir sind am Leben“

Wer „Wir sind am Leben“ kennt, wird einige Zusammenhänge schneller erkennen. Wer es nicht kennt, kann SALON ROSIE trotzdem problemlos als eigenständigen Abend erleben.

Die Verbindung erklären

Vorgeschichte statt Fortsetzung

SALON ROSIE und „Wir sind am Leben“: Wie hängen die Musicals zusammen?

SALON ROSIE erzählt die Vorgeschichte des Musicals „Wir sind am Leben“. Man muss das andere Stück allerdings nicht gesehen haben, um Rosi und Gabi zu verstehen.

SALON ROSIE funktioniert auch ohne Vorwissen

Wer „Wir sind am Leben“ bereits kennt, dürfte einige Zusammenhänge und Figurenkonstellationen schneller einordnen. Für den Besuch von SALON ROSIE ist dieses Vorwissen aber nicht notwendig.

Die Geschichte der Schwestern Rosi und Gabi wird so erzählt, dass sie für sich allein funktioniert. Ihre Vergangenheit, ihre Konflikte und die zehn Jahre des Schweigens werden innerhalb des Musicals verständlich entwickelt.

Genau das ist wichtig. SALON ROSIE soll schließlich kein Abend sein, bei dem man vor dem Theaterbesuch erst noch Hausaufgaben erledigen muss. Wer einfach neugierig auf die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Schwestern ist, kann ohne Vorbereitung Platz nehmen.

Wer „Wir sind am Leben“ kennt, sieht manches mit anderen Augen

Andersherum bekommt SALON ROSIE für Zuschauer, die „Wir sind am Leben“ bereits gesehen haben, eine zusätzliche Ebene. Die Vorgeschichte erklärt, woher bestimmte Beziehungen, Verletzungen und familiäre Spannungen kommen.

Dadurch entsteht ein interessanter Effekt: SALON ROSIE erweitert eine bereits bekannte Welt, ohne sich von ihr abhängig zu machen. Das Musical steht also auf eigenen Beinen – auch wenn es natürlich weiß, aus welcher Familie es stammt.

Prequel

Was bedeutet eigentlich „Vorgeschichte“?

Inhaltlich spielt SALON ROSIE vor „Wir sind am Leben“. Im Filmbereich würde man von einem Prequel sprechen: Ein neues Werk erzählt Ereignisse, die zeitlich vor einer bereits bekannten Geschichte liegen.

Bei SALON ROSIE geht es dabei nicht darum, offene Fragen nachträglich mit dem Textmarker zu beantworten. Vielmehr bekommen Figuren und Beziehungen eine eigene Geschichte – und genau deshalb funktioniert der Abend auch unabhängig vom späteren Musical.

Unser Tipp: SALON ROSIE kann man problemlos zuerst sehen. Wer danach neugierig auf „Wir sind am Leben“ geworden ist, hat anschließend sogar den chronologisch passenden Einstieg gefunden.

Spielort & Besuch

Wie lange dauert SALON ROSIE – und wo wird das Musical gespielt?

SALON ROSIE wird im traditionsreichen Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg gespielt. Für den Musicalbesuch sollte man knapp drei Stunden einplanen – plus etwas Zeit für Anreise, Einlass und vielleicht einen Drink, bevor sich der Vorhang hebt.

Dauer ca. 2 Std. 50 Min. inkl. 25 Minuten Pause
Freitag 19:30 Uhr Abendvorstellung
Sonntag 14:30 Uhr Nachmittagsvorstellung
Spielort Theater des Westens Berlin-Charlottenburg

Theater des Westens: ein ziemlich guter Ort für SALON ROSIE

Das Stage Theater des Westens gehört zu den traditionsreichsten Musicalhäusern Berlins. Für SALON ROSIE passt dieser Ort erstaunlich gut: groß genug für die opulenteren Bühnenmomente, zugleich aber nah genug am Publikum, damit die leiseren Szenen zwischen Rosi und Gabi nicht verloren gehen.

Die Adresse lautet:

Stage Theater des Westens
Kantstraße 12
10623 Berlin

Der Bahnhof Zoologischer Garten liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Damit ist die Anreise mit S-Bahn und U-Bahn ausgesprochen bequem. Wer mit dem Auto kommt, findet in unmittelbarer Nähe mehrere Parkhäuser – wobei der öffentliche Nahverkehr an dieser Stelle meistens die entspanntere Wahl sein dürfte.

Vor dem Einlass finden Sicherheitskontrollen statt. Etwas zeitlicher Puffer vor Vorstellungsbeginn ist deshalb sinnvoll. Große Taschen, Koffer sowie professionelle Foto-, Video- oder Audiotechnik sollte man möglichst gar nicht erst mit zum Theater bringen.

Dauer & Pause

Reicht der Abend danach noch für ein spätes Essen?

Die Aufführungsdauer beträgt rund 2 Stunden und 50 Minuten einschließlich einer 25-minütigen Pause.

Bei einer Freitagsvorstellung um 19:30 Uhr endet der Abend damit ungefähr gegen 22:20 Uhr. Wer anschließend noch essen gehen möchte, sollte entweder eine Küche mit späteren Öffnungszeiten wählen – oder das Restaurant ganz entspannt vor das Musical legen.

Die Sonntagsvorstellung um 14:30 Uhr ist dagegen ausgesprochen nachmittagsfreundlich. Danach bleibt genügend Zeit für einen Spaziergang rund um den Zoo, die Kantstraße oder den Kurfürstendamm.

Und nein: Den gesamten Nachmittag muss man deshalb noch lange nicht im Friseursalon verbringen. Rosi könnte das allerdings anders sehen.

Vorstellungen & Buchung

SALON ROSIE Tickets: Termine im Theater des Westens

SALON ROSIE wird derzeit bis zum 23. April 2027 im Berliner Theater des Westens gespielt. Die Vorstellungen finden überwiegend freitags am Abend und sonntags am Nachmittag statt.

Aktuelle Spielzeit

Wann läuft SALON ROSIE?

FR
Freitag in der Regel 19:30 Uhr
SO
Sonntag in der Regel 14:30 Uhr
Nächste Vorstellungen · Stand 01.11.2026
01.11.2026 So · 14:30 Uhr
06.11.2026 Fr · 19:30 Uhr
08.11.2026 So · 14:30 Uhr
13.11.2026 Fr · 19:30 Uhr
15.11.2026 So · 14:30 Uhr
20.11.2026 Fr · 19:30 Uhr

Der Spielplan kann sich ändern oder erweitert werden. Für die aktuell verfügbaren Termine und Plätze empfehlen wir deshalb die laufend aktualisierte Ticketübersicht.

Unser Tipp

Nicht nur auf den günstigsten Preis schauen

Gerade bei einem Musical wie SALON ROSIE lohnt sich ein Blick auf den Sitzplan. Die Produktion lebt sowohl von großen Bühnenbildern als auch von den kleinen Reaktionen zwischen Rosi und Gabi. Ein guter Blick auf die Bühne kann deshalb mehr wert sein als ein paar gesparte Euro.

Zuletzt geprüft am 1. November 2026: Der aktuell veröffentlichte Spielplan reicht bis zum 23. April 2027. Neue Termine oder Änderungen ergänzen wir in diesem Beitrag.

Unsere Einordnung

Für wen lohnt sich SALON ROSIE?

Nicht jedes Musical passt zu jedem Publikum. SALON ROSIE dürfte vor allem diejenigen abholen, die starke Figuren, deutsche Songs und eine Geschichte mögen, die zwischen Humor und ernsthaften Momenten wechseln darf.

Besonders passend

Wenn Sie so einen Musicalabend mögen

01

Sie mögen Musicals mit einer klaren Geschichte und möchten nicht nur von einer großen Nummer zur nächsten getragen werden.

02

Sie schätzen starke Hauptrollen und beobachten lieber zwei gute Schauspielerinnen als zwanzig Kostümwechsel hintereinander.

03

Sie kennen die Musik von Peter Plate und Ulf Leo Sommer – oder sind neugierig auf neue deutschsprachige Musicalsongs.

04

Sie interessieren sich für ostdeutsche Lebensgeschichten vor und nach der Wende, ohne gleich einen historischen Vortrag besuchen zu wollen.

05

Sie mögen Humor, der auch einmal etwas schräger sein darf, solange die Figuren dabei nicht zur bloßen Pointe werden.

Eher überlegen

Wenn Sie etwas ganz anderes erwarten

01

Wer ausschließlich eine Best-of-Show mit bekannten Hits erwartet, könnte überrascht sein: Der größte Teil der Musik wurde neu geschrieben.

02

Wer nur auf möglichst viel Tanz, Spektakel und permanente Bewegung aus ist, sollte wissen, dass SALON ROSIE bewusst auch ruhige Dialog- und Spielszenen zulässt.

03

Die Produktion arbeitet mit DDR- und Wende-Bezügen. Wer mit diesem historischen Hintergrund überhaupt nichts anfangen kann, wird einen Teil der Anspielungen vermutlich weniger genießen.

Nach unserem Premierenbesuch

Muss man Musicalfan sein?

Eigentlich nicht. Wer gute Schauspielerinnen, Familiengeschichten und deutschsprachiges Theater mag, findet auch dann Zugang zu SALON ROSIE, wenn der letzte Musicalbesuch schon eine Weile zurückliegt.

Gerade weil der Abend nicht permanent versucht, größer, lauter und bunter zu sein als die Szene davor, bleibt genügend Platz für seine Figuren. Das macht SALON ROSIE aus unserer Sicht auch für Besucher interessant, die bei dem Wort „Musical“ nicht automatisch schon die erste CD aus dem Regal ziehen.

Interesse geweckt?

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Termine, Sitzplatzkategorien und aktuelle Verfügbarkeiten können direkt bei Eventim geprüft werden.

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Häufige Fragen

SALON ROSIE: Das Wichtigste kurz beantwortet

Dauer, Besetzung, Handlung, Tickets und die Verbindung zu „Wir sind am Leben“ – hier finden Sie die wichtigsten Antworten noch einmal kompakt.

01 Was ist SALON ROSIE?

SALON ROSIE ist ein deutschsprachiges Musical über die Zwillingsschwestern Rosi und Gabi. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund ostdeutscher Lebenswirklichkeit vor und nach der Wende und verbindet Familiengeschichte, Humor und neue Musik von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange.

02 Wo wird SALON ROSIE gespielt?

Das Musical wird im Stage Theater des Westens in Berlin gespielt. Die Adresse lautet Kantstraße 12, 10623 Berlin. Der Bahnhof Zoologischer Garten liegt nur wenige Gehminuten entfernt.

03 Wie lange dauert SALON ROSIE?

SALON ROSIE dauert derzeit rund 2 Stunden und 50 Minuten einschließlich einer 25-minütigen Pause.

04 Wer spielt die Hauptrollen in SALON ROSIE?

Die beiden Hauptrollen spielen Steffi Irmen und Kathi Damerow. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Rosi und Gabi, deren schwierige Beziehung die Geschichte des Musicals trägt.

05 Ist SALON ROSIE die Fortsetzung von „Wir sind am Leben“?

Nein. SALON ROSIE erzählt die Vorgeschichte zu „Wir sind am Leben“. Chronologisch spielt SALON ROSIE also früher und lässt sich deshalb auch als Prequel bezeichnen.

06 Muss man „Wir sind am Leben“ vorher gesehen haben?

Nein. SALON ROSIE funktioniert als eigenständiges Musical. Wer „Wir sind am Leben“ bereits kennt, entdeckt zusätzliche Zusammenhänge, für das Verständnis der Handlung ist dieses Vorwissen aber nicht notwendig.

07 Welche bekannten Songs gibt es in SALON ROSIE?

Der größte Teil der Musik wurde neu für SALON ROSIE geschrieben. Zu den bekannten Titeln im Musical gehören „36 Grad“, „Das Lied von den Vergessenen“ und „Gib mir Sonne“.

08 Wer hat die Musik für SALON ROSIE geschrieben?

Musik und Songtexte stammen von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange. Buch und Regie verantworten Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck, die Choreografie stammt von Nele Neugebauer.

09 Bis wann läuft SALON ROSIE in Berlin?

Nach dem derzeit veröffentlichten Spielplan sind Vorstellungen bis zum 23. April 2027 angekündigt. Verlängerungen oder zusätzliche Termine sind möglich; wir aktualisieren diesen Beitrag bei Änderungen.

10 Wo kann man Tickets für SALON ROSIE kaufen?

Tickets werden unter anderem über Eventim angeboten. Dort können aktuelle Termine, Sitzplatzkategorien, Preise und verfügbare Plätze direkt geprüft werden.

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Aktualität

Informationen zu Spielzeit, Terminen und Tickets wurden zuletzt am 1. November 2026 geprüft. Bei Änderungen aktualisieren wir diesen Beitrag.

Unser Fazit

Ein Salon, aus dem man gern etwas später wieder herauskommt

SALON ROSIE hat uns bei der Weltpremiere vor allem deshalb überzeugt, weil dieser Abend seine beiden Hauptfiguren ernst nimmt – selbst dann, wenn um sie herum gerade ziemlich viel Unsinn passiert.

Steffi Irmen und Kathi Damerow tragen die Geschichte mit einer Selbstverständlichkeit, die schnell vergessen lässt, wie präzise hier zwei Schauspielerinnen miteinander arbeiten. Ihre Rosi und Gabi dürfen laut sein, verletzend, komisch, trotzig und manchmal erstaunlich still.

Dazu kommen neue Songs, große Bühnenbilder und genügend augenzwinkernde Erinnerungen an DDR-Unterhaltung, Wendejahre und deutsche Befindlichkeiten. Dass irgendwann sogar ein Kreuzfahrtschiff auf der Bühne auftaucht, zeigt ziemlich deutlich: Dieser Friseursalon denkt größer als seine Ladenfläche.

Am Ende bleibt trotzdem nicht das größte Bühnenbild hängen, sondern die Geschichte zweier Schwestern, die zehn Jahre lang nicht miteinander gesprochen haben. SALON ROSIE erzählt sehr unterhaltsam davon, wie schnell gemeinsame Zeit verloren gehen kann – und wie schwierig es wird, sie später wieder einzuholen.

Was bleibt?

Ein sehr unterhaltsamer Musicalabend, zwei starke Hauptdarstellerinnen und eine Familiengeschichte, die hinter all dem Humor mehr Nachhall entwickelt, als man beim ersten Blick auf einen Friseursalon vielleicht erwarten würde.

VIVAZIN war auf Presseeinladung bei der Weltpremiere am 30. Oktober 2026 im Theater des Westens in Berlin. Redaktion: VIVAZIN

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